Photodynamische Therapie (PDT)
Eine schonende, hochwirksame und narbenfreie Behandlungsmethode bei lichtbedingten Verhornungsstörungen und Hautkrebsvorstufen.
Moderne, schonende Lichttherapie
Die PDT an der Haut ist eine moderne, schonende und hocheffiziente Behandlungsform, bei der entartete Zellen aus (Sonnenlicht-)geschädigter Haut in einem ersten Schritt durch einen Photosensibilisator lichtempfindlich gemacht werden. Bestrahlung mit speziellen Lichtfrequenzen führt dann im zweiten Schritt zur Zerstörung dieser Zellen. Dabei werden die Zellen der umliegenden, gesunden Haut nicht geschädigt.
Ein besonderer Vorteil dieser unblutigen Behandlung ist, dass krankes Gewebe ohne Operation und ohne Narben gezielt beseitigt wird. Bei der PDT handelt es sich um eine Lichttherapie, die mit der Strahlentherapie von Krebsleiden (radioaktive Strahlung) nichts zu tun hat. Sensibilisator und Licht sind an sich harmlos. Die PDT erfolgt zunächst in einer einmaligen Bestrahlungssitzung. Ist das nicht ausreichend, wird sie wiederholt. Die Belastung ist für den Patienten gering.
Fluoreszenzdiagnose
Photosensibilisatoren fluoreszieren unter Einwirkung von blauem Licht und werden auch in der Fluoreszenzdiagnose von Tumoren an der Haut eingesetzt.
Welche Erkrankungen können mit der PDT behandelt werden?
✓ Lichtbedingte Hautkrebsvorstufen wie Aktinische Keratosen
✓ Mehrere rötliche Flecken oder Knötchen, einzeln oder in kleinen Gruppen, teilweise verhornt
✓ Veränderungen an sonnen- und wetterexponierten Stellen: Gesicht, Handrücken, Unterarme und Glatze
✓ Flächenhafte Hautkrebsvorstufen, für die die PDT besonders geeignet ist
✓ Patienten mit Organerkrankungen, bei denen ein chirurgischer Eingriff erhöhte Risiken birgt
(z. B. hohes Alter, Wundheilungsstörungen bei Diabetes)
Wie funktioniert die PDT?
Wahlweise werden Creme, Lösung oder Pflaster (sogenannte Sensibilisatoren) auf die Haut aufgetragen, die bevorzugt Krebszellen und deren Vorläufer für bestimmtes Licht empfindlich macht. Drei bis sechs Stunden später erfolgt die Bestrahlung mit dem rötlichen Speziallicht. Die Augen werden gegebenenfalls durch eine Spezialbrille geschützt. Während der Bestrahlung wird aktiver Sauerstoff gebildet, der letztlich zum Zelluntergang des erkrankten Gewebes führt. Die gesunden Zellen bleiben erhalten, weil vor allem die potenziellen Krebszellen mit dem Sauerstoff reagieren. Nur die Kombination von sichtbarem Licht und einem Sensibilisator ergibt den photodynamischen Effekt. Creme, Lösung, Pflaster oder Bestrahlung allein erreichen nicht das gewünschte Ergebnis.
Was spürt man während der Therapie?
Die Creme allein spürt man wie eine normale Creme-Maske auf der Haut. Während der Bestrahlung kann es zu Brennen und Hitzegefühl in der Haut kommen. Kühlen der Haut ist während der Therapie aber nicht erforderlich. Bei Missempfinden wird gegebenenfalls der Abstand zur Lichtquelle vergrößert. Bei lichtempfindlicher Kopfhaut genügen zur Behandlung Aktinischer Keratosen oft 8 Minuten Bestrahlungszeit. Diese kann auch in 2 x 4 Minuten (mit einer ganz kleinen Pause dazwischen) aufgeteilt werden.
Wie sieht die Haut nach der Behandlung aus?
An der behandelten Stelle kann eine Entzündung entstehen. Vorstufen von Hautkrebs und entsprechend kranke Zellen werden dadurch vernichtet. Diese Stellen die nächsten 2–3 Tage nicht der direkten Sonnenbestrahlung aussetzen! Bis zu einer Woche nach der Behandlung lösen sich die Krebsvorstufen ab. Dabei kann es zum Nässen der Haut und zu Krustenbildungen kommen. Die Krusten fallen ab und die neue und gesunde Haut wird sichtbar. Nach etwa vier Wochen ist der endgültige therapeutische Erfolg sichtbar: in der Regel narbenfreie, gesunde Haut.
Wie oft muss die Behandlung durchgeführt werden?
Die Anzahl der Behandlungen hängt von der Fläche und Stärke des Befalls ab. Üblicherweise wird zunächst pro zu behandelnder Fläche eine Behandlung durchgeführt und der therapeutische Erfolg abgewartet. Sollten sich dann noch erkrankte Hautareale zeigen, wird dort gezielt eine weitere Behandlung angeschlossen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Während der Lichtbehandlung kann es zu Missempfinden (brennendes Gefühl) und bei einigen auch zu leichten Schmerzen (wenn größere Areale behandelt werden) kommen. Es wird auch über Krustenbildung berichtet. Diese Nebenwirkungen sind in der Regel gut zu kontrollieren und können ein Zeichen für die optimale Wirksamkeit sein. Denkbar ist, dass es in der Abheilungsphase in der ersten Woche zu Wundinfektionen kommen kann. Narben oder Pigmentstörungen durch die Therapie sind nicht beobachtet worden.
PDT und andere Verfahren
Zur Behandlung eignen sich die Laserbehandlung, Vereisung oder chirurgische Entfernung. Für kleinere Hautbezirke ist ein solches Vorgehen meist unproblematisch. Es bleiben zwar Narben oder weiße Flecken, aber der krebsverdächtige Bereich ist beseitigt. Problematisch wird es, wenn größere Hautareale befallen sind oder wenn der Übergang von entarteter zu gesunder Haut nicht sicher erkennbar ist. Die PDT ist ein komfortables Verfahren, das zur Behandlung von flächenhaften Hautkrebsvorstufen besonders geeignet ist. Bei Patienten mit Organerkrankungen, bei denen ein chirurgischer Eingriff an der Haut mit erhöhten Risiken verbunden wäre (z. B. hohes Alter, Wundheilungsstörungen von Diabetikern etc.), ist die PDT immer zu erwägen.
Die PDT darf nur im Beisein eines Dermatologen oder einer geschulten und von ihm beauftragten Person durchgeführt werden. Sie hat keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Möglicherweise können in Zukunft noch andere Hauterkrankungen mit der PDT behandelt werden.
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